And the Winner Is … Hamas
Wie es einer klerikalfaschistischen Mördersekte gelang, die Bemühungen eines großen Teils der internationalen Linken vom Kampf gegen Kapitalismus und Umweltzerstörung auf den gegen einen Ministaat umzulenken, der als Knotenpunkt aller Weltübel halluziniert wird.
Essay Von Richard Schuberth
Today marks Elie Wiesel’s yartzeit — the anniversary of his passing. A Holocaust survivor, writer, and Nobel Laureate, Wiesel dedicated his life to memory, justice, and bearing witness. He taught the world that silence helps the oppressor, never the oppressed.
May his words continue to echo, inspire, and remind us of our responsibility — not only to remember, but to act.
Zichrono livracha — may his memory be a blessing.
“Intifada just means struggle” you may want to sit down before I tell you what else translates to “struggle”
Don’t tell them that they’ll start saying mein kamf was the German resistance
(via hilacopter)
Mögen anderswo dem amerikanischen Kulturimperialismus die tradierten Lebensformen ganzer Nationen zum Opfer gefallen sein – in Deutschland aber begann mit dem amerikanischen Kulturimperialismus nicht die Barbarei, sondern die Zivilisation. In diesem Land ist jede weitere Filiale der McDonald-Hamburgerkette eine neue Insel der Gastfreundschaft und eine erfreuliche Bereicherung der Eßkultur. Die USA wegen ihrer Rüstungspolitik und ihrer Unterstützung für so ziemlich sämtliche Folterregime auf der ganzen Welt anzugreifen ist eine Sache, aber der Satz, wonach „in einer einzigen Symphonievon Beethoven mehr Kultur liege, als ganz Amerika bisher zusammengebracht hat“, stammt von Hitler, und der Jazz war hier schon mal verboten. Im Dritten Reich galt Amerika als ordinäres, vielsprachiges Rassengemisch, und dabei ist es, wie man aus dem gehässigen Wörtchen „Yankee-Kultur“ schließen muß, geblieben. Die großen politischen Verbrechen, die von Deutschland begangen wurden, entbinden uns nicht von der Pflicht, die kleineren Amerikas anzugreifen. Aber jener begründete Protest gegen die US-Politik ist hier bloß reaktionär, wenn er eine kleine Tatsache vergißt: Hätte Deutschland jemals die militärischen Machtmittel der Vereinigten Staaten besessen, würde auf diesem Planeten niemand mehr leben. - Wolfgang Pohrt
Wolfgang Pohrt: »Immer wieder diese Unruhe« | nd-aktuell.de
Dieser Vortrag von Joachim Bruhn (Ça ira Verlag) ist sagenhafte 23 Jahre alt, enthält ein Intro von Stephan Grigat und hat nichts von seiner Aktualität verloren. Es geht um den Zionismus und Kommunismus:
https://www.youtube.com/watch?v=DUnMAVSTQfU
Die Geschichte des 20. Jahrhunderts, kulminierend in Auschwitz und dem Scheitern des Staatssozialismus, hat jeden naiven Glauben an einen automatischen Fortschritt oder einen einfachen, linearen Weg zur universalen Emanzipation zerstört. Jeder zukünftige emanzipatorische Gedanke muss von der Realität der Katastrophe ausgehen. Der Universalismus kann nicht mehr als abstrakte Forderung über die Köpfe der konkreten, leidenden Menschen hinweg dekretiert werden, sondern muss sich an seiner Fähigkeit messen lassen, das partikulare Leben vor der Vernichtung zu schützen. Im Vortrag wird u.a. folgendes angemerkt:
1. Bruhn unterscheidet 2 Kommunismen:
1. a) Der historisch-empirische Kommunismus ist für ihn der real existierende Staatssozialismus nach 1917 (Bolschewismus, Stalinismus). Er charakterisiert ihn nicht als Versuch der Befreiung, sondern als “eine weitere Form zur Verewigung von Herrschaft, diesmal mit "proletarischen Mitteln”. Dieser Kommunismus sei strukturell antisemitisch gewesen, was sich in Stalins Nationendefinition manifestierte, die Juden ausschloss und zu absurden und brutalen Projekten wie der Republik Birobidschan führte. Der heutige Antizionismus von Teilen der Linken sei die direkte Fortsetzung dieser antisemitischen Tradition.
1. b) Der philosophisch-systematische Kommunismus ist für Bruhn das Resultat einer “gewissenhaften Kapitallektüre”. Er ist keine politische Bewegung, sondern eine revolutionär-materialistische Theorie, die auf der unteilbaren Einheit von Staats- und Kapitalkritik basiert.
2. Die Kritik der Staats- und Reformismuskritik:
Bruhn, unter Berufung auf Johannes Agnoli, verwirft die linke Standardkritik, die zwischen dem “guten Staat an sich” und der “schlechten Regierungspolitik” unterscheidet. Diese reformistische Haltung, die sich fragt, ob man lieber “von Schröder oder von Stoiber” verwaltet werden möchte, sei grundlegend verfehlt und führe im Fall Israels zu antisemitischen Konsequenzen. Die Behauptung, man wisse es besser als die Israelis, was gut für sie sei, entlarvt er als paternalistische und antisemitische Anmaßung, die Israel unter Kuratel stellt. Radikale Kritik müsse verstehen, dass Staat und Kapital, Herrschen und Ausbeuten, untrennbar sind.
3. Die Kritik der Arbeitsontologie:
Bruhn identifiziert eine strukturell antisemitische Tendenz in der klassischen linken Geschichtsphilosophie. Diese sei auf das “Wesen der Arbeit” zentriert und begreife Geschichte als dessen Selbstverwirklichung. Eine solche Philosophie erzeugt zwangsläufig ein “Anderes” der produktiven Arbeit: die “parasitäre”, “einseitig aneignende” Tätigkeit – eine klassische antisemitische Projektionsfläche, die Juden mit dem zirkulierenden, abstrakten Kapital identifiziert.
4. Zionismus als negatives Katastrophenbewusstsein:
Im Gegensatz zur progressiven Geschichtsphilosophie der Linken deutet Bruhn den Zionismus nicht als nationale Befreiungsbewegung, sondern als “politik gewordenes Katastrophenbewusstsein”. Er sei die praktische Konsequenz aus einer negativen Geschichtsphilosophie, wie sie Walter Benjamin und Theodor W. Adorno formulierten. Geschichte wird hier nicht als Fortschritt, sondern als “Zusammenhang der Katastrophen” begriffen. Der Zionismus handle so, als hätte er Benjamins Thesen verinnerlicht: Er agiert nicht in der Hoffnung auf eine lichte Zukunft, sondern in der Abwehr der kommenden Katastrophe.
5. Israel als “Abschlagszahlung auf den Kommunismus”:
Nachdem die bürgerliche Aufklärung und die proletarische Weltrevolution ihre Emanzipationsversprechen gebrochen haben, sei Israel die “gelungene erste Abschlagszahlung” auf eine staaten- und klassenlose Weltgesellschaft. Es ist das “vorläufige Endresultat der Geschichte”, ein Inbegriff der Niederlagen, aber gleichzeitig die einzig verbliebene, konkrete Form der Rettung vor der Vernichtung. Israel ist daher für Kommunisten nicht nur zu verteidigen, sondern ein “Erkenntnisproblem allerersten Ranges”, an dem sich eine neue, nicht-ideologische kommunistische Theorie und Praxis erfinden müsse.
6. Die Kantische Rechtfertigung des Zionismus:
Bruhn liefert die für ihn “philosophisch bestmögliche Rechtfertigung des Zionismus” durch einen Rückgriff auf Immanuel Kants Schrift “Zum ewigen Frieden”. Das Recht auf gemeinschaftlichen Besitz der Erdoberfläche impliziere, dass niemandem das Recht auf Existenz an einem Ort der Erde verweigert werden dürfe. Wenn dieses Recht verweigert wird, entstehe daraus das Recht, sich dieses Sein auf einem Stück Erde zu erzwingen. Dies sei der schärfste Einwand der Aufklärung gegen ein völkisches “Recht des Erstgeborenen”.
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Die antiisraelischen Proteste an den Universitäten in Italien erinnern ihn an die Methoden faschistischer Milizen in der Ära des Squadrismus (1919–1923). Ein Gespräch mit dem italienischen Faschismusforscher Brunello Mantelli über rot-braune Tendenzen in der italienischen Linken und Konflikte in der ANPI, dem landesweiten Partisanenverband, seit dem 7. Oktober 2023.
(via naipan)